Turnveteranenreise Elsigenalp-Elsighorn / BE

Sa./So. 10./11. Juli 2010 – Pünktlich gegen 07:50 nähere ich mich dem Treffpunkt beim alten Gemeindehaus in Stadel , aber weit und breit ist niemand sehen. Es ist ein wunderschöner Sommermorgen und der Tag verspricht zünftig warm zu werden, klar dass sich die Veteranenschar im Schatten unter Emmis Linde versammelt hat.


2 Toyota-Busse stehen bereit zum Einsteigen und die Chauffeure Willi Denzler und Fredi Weidmann wollen losfahren, also sucht sich jeder sein Plätzchen aus. Ohne Airconditioning bleiben die Fenster etwas geöffnet und der Fahrtwind erzeugt ein ganz akzeptables Klima. Nur die auf der Sonnenseite haben trotzdem einige Schweissperlen auf der Stirn.

Die Fahrer geben zünftig Gas, so dass es trotz Baustellen zu einem Kaffeehalt reicht. 1. Ziel ist das Tropenhaus in Frutigen wo eine Führung gebucht und das Mittagessen bestellt ist.

Eine sehr nette attraktive Dame erklärt uns die Entstehungsgeschichte sowie die technischen Details der Anlage. Zur Erinnerung hier noch ein paar Daten für die, die mehr geschaut als zugehört haben…Das zwanziggrädige Drainagewasser aus dem Lötschbergbasistunnel war Ausgangspunkt für die Projektidee. Es liefert die Energie für die Gewächshäuser plus Wasser für Pflanzen und Störzucht. Mit Wärmepumpen und viel technischem Aufwand für Klimatisierung, Bewässerung und Filterung wird an diesem Ort das ganze Jahr über ein tropisches Klima erhalten.

Die Führung durch Tropenhaus und Störzucht wird durch einen kompetenten Herrn geführt, so dass wir uns voll auf die Details konzentrieren können. Wir bestaunen grossblättrige Bananensorten, Mangos, Papayas, Guavas, Ananas, fast wie in einem Urwald. Es werden sogar Insekten ausgesetzt für den nötigen Liebesakt an den Blüten.

Auch die Störzucht ist eindrücklich. In verschiedenen Bassins werden die Fische gehalten. Die Männchen bis ca 3 Jahre, die weiblichen Fische min. 6 Jahre, erst dann ist auch der kostbare Kaviar vorhanden.

So viele Informationen zu verarbeiten macht Durst und Hunger und wir setzen uns erwartungsvoll an den gedeckten Tisch im hauseigenen Restaurant, wo wir ganz lecker mit allerlei lokalen Köstlichkeiten verwöhnt werden.

Weiter geht’s nach Adelboden, unsere Skiexperten wollen den Zielhang vom Kuenisbergli inspizieren. Klar, dass sich da nicht alle einig sind wo es jeweils durchgeht. Zum Glück schafft dann ein lokaler Senior Klarheit.

Klar, dass auch diese Anstrengung mit einem kleinen Umtrunk belohnt werden muss, bevor wir die letzte Etappe Richtung Elsigalp antreten. Also geht’s wieder etwas talabwärts, dann ein schmales Strässchen rechts rauf bis zur Talstation der Seilbahn. Alle sind froh, dass es jetzt endlich richtig opsi geht und die Bahn uns aus der Tropenhitze in die kühle Bergluft bringt.

Nach kurzem Fussmarsch erreichen wir das schöne Holzhaus Elsigalp wo wir herzlich empfangen werden und gleich die Unterkunft beziehen. Nach kurzem taktischem Geplänkel sind die Positionen im Massenlager bezogen. Erfahrungsgemäss wird sich jedoch erst später herausstellen wie klug die Wahl war !

Unsere Wetterfrösche rätseln beim Apero ob es wohl bald Gwitteret, andere begutachten die Damen vom Frauenturnverein, jedenfalls ist es recht gemütlich auf der Terrasse bis uns dann ein paar kräftige Windstösse und der Hunger ins Restaurant treiben.

Steak oder Gschnätzlets steht zu Wahl. Bis es aber soweit ist müssen wir uns noch gedulden. Halb so schlimm, da wir ja nicht auf dem Trockenen hocken, und es kaum an Gesprächsstoff fehlt.

Nach dem Essen wird sofort wieder nach dem Jassteppich gerufen, da anscheinend noch eine Revanche offen ist, aber auch der WM-Fussballmatch Deutschland –Uruguay verspricht noch einen spannenden Abend.(3/2) Zum Dessert wurden ständig würzige „Pralinees“ platziert, was sofort mit Fensteröffnen quittiert wurde.

Erst gegen Schluss des Abends setzen sich dann doch noch ein paar Exemplare vom Frauenverein an den Nebentisch,und da man ja nie genau weiss was diese Weibervölcher noch im Sinn haben verrät unser Emil beim „gute Nacht wünschen“ vorsichtshalber mal seine Zimmernummer „sex“.

Die Nacht verläuft ruhig für die, die es geschafft haben trotz den üblichen Lärmquellen einzuschlafen.

Laut Programm ist Morgenessen um 8, Abmarsch zum Elsiggipfel um 9 Uhr, aber der Huser Walti und Kuhn Ernst könnens kaum erwarten und rumoren schon nach 6 im Massenlager herum. Die Qual der Wahl vom richtigen Tenu hat ihnen wahrscheinlich den Schlaf geraubt.

Nach dem Frühstück, mit noch letztjährigem Alpkäse, geht’s dann zügig opsi. Die älteren Semester halten die Stellung auf der Alp . Die Sonne scheint schon kräftig und bald bilden sich erste Schweissperlen. Ein leichtes Tenü ist da sicher angebracht, aber Walter Hauser schwört auf sein währschaftes Barchet-Hemd , kann es doch wesentlich mehr Schweiss aufnehmen. Der harte Aufstieg wird belohnt mit Blicken auf blumenübersäte Alpwiesen, voll Männertreu und Edelweiss, und herrlichem Alpenpanorama.

Beim Abstieg machen wir Zwischenhalt in einer urchigen Alp-Beiz. Nächstes Ziel war der Elsigsee, aber der hat sich so gut versteckt, so dass wir ohne Bad wieder auf der Elsigalp ankommen. Als Trost gibt’s dafür ein Probierli vom frischen 1-monatigen Mutschli , das der Schreiber beim Abstieg direkt vom Aelpler erstanden hat.

Wir verlassen die Elsigalp mit schönen Erinnerungen und lassen uns von der Bahn wieder ins Tal abseilen. Da erwarten uns bereits die gut beheizten Busse. Wir sind uns bald einig vor dem grossen Autobahnstück noch einen Abkühlungstrunk zu genehmigen. Der Bären in Ersigen mit den gut aufgelegten Wirtsleuten war da genau der richtige Ort und der Suppenfleischsalat schmeckte ausgezeichnet. Sogar der kühle Weinkeller ist sehr zu empfehlen, hat er doch Bruno nach kurzem Aufenthalt wieder auf die Beine geholfen.

Wohlbehalten und in guter Stimmung erreichen wir Stadel am Sonntagabend, genau richtig um den WM-Final Spanien-Holland nicht zu verpassen.

Besten Dank an unsere Fahrer Willi Denzler und Fredi Weidmann sowie die Organisatoren Werner Moor und Ernst Kuhn.

Der Schreiber Herbert Maag